| Ludwig Wolfgang Müller Total brachial Wo die Freundschaft aufhört |
Titelmusik hier klicken! Ö1 Kritik inklusive Hörbeispiel hier! |
Endlich bricht der bislang hauptsächlich für seinen skurrilen Wortwitz bekannte Kabarettist
einmal alle Regeln des guten Geschmacks. Und redet völlig ohne jedes Tabu über das Thema,
das uns im Grund am allermeisten interessiert: Die Kohle. Oder besser: über Minus und
Miesen, Pleite- und Geschäftemacher, den täglichen Beschiss. Und die Feststellung: wer brav
und fleißig einfach nur seine Arbeit macht, hat alles getan, um verarmt und einsam zu
krepieren.
Angesichts seiner eigenen Misere scheint dem sichtlich erregten Kleinkünstler keine Frage zu
blöd zu sein. Grund und Boden gehört der Arbeiterklasse – aber darf sich ein braver
Gewerkschafter nicht vielleicht am Dach was bauen? Krieg ich meine Maut zurück wenn ich
auf der Autobahn zurückschieb? Wir lesen von türkischer Hausmannskost, aber haben sie
schon einmal einen türkischen Hausmann gesehen. Und was soll der Ausdruck
Doppelhaushälfte – ein halbes Hendl ist auch keine Doppelhennenhälfte.
Das Leben beginnt in der Wiege, denn da werden wir zum ersten Mal verschaukelt. Und ab
und zu auf den Arm genommen. Alles Lug und Trug. Erfolg verspricht nur mehr die
Brachialmethode, quasi im Armumdrehen. Und das Einzige was noch gesund ist, ist unser
Egoismus. Motto: gemeinsam sind wir schwach, aber alleine können wir alles schaffen.
Regie: Marion Dimali
Erste Reaktionen:
„Dieses Programm gehört in jeden verschuldeten Haushalt“ (IKEA-Katalog, Herbst 07)
„Morgen bin ich beim Anwalt!“ (Kurt Löberbauer, Raika-Fillialleiter)


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Foto: Lukas Beck